Unser Floßplatzfest im August 2011

Zehnmal so viele Gäste, wie der Wolkensteiner Ortsteil Einwohner besitzt, haben am Wochenende das Floßplatzfest gefeiert

 

Floßplatz. Klein aber oho - das wäre eine treffende Bezeichnung für das 50-Seelen-Dorf Floßplatz. Denn wenn die Einwohner des kleinsten aller Wolkensteiner Ortsteile Feste feiern, dann sind diese über die Grenzen hinaus bekannt. Zwar wurde die siebte Auflage des Floßplatzfestes wegen der Großolbersdorfer Schalmeienkapelle De Schallis, die in wenigen Tagen bei ihrem Heimatfest mitwirken, um eine Woche vorgezogen. Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Bei den Besuchern kam neben den Konzerten dreier Schalmeien-Kapellen besonders das Seifenkistenrennen an, das seit der zweiten Auflage fester Bestandteil des Festes ist. "Wir haben hier ideale Gegebenheiten dafür: eine 300-Meter-Strecke mit erheblichem Gefälle und zwei scharfen Kurven", weiß Andreas Kastner, Vorsitzender des Vereins Floßplatz und Freunde. Teilnehmer wie seine Tochter Jessica Kastner aus Lauta können den anspruchsvollen Kurs bestätigen. Die gebürtige Floßplatzerin, die auch beim Gaudi-Vereins-Schubkarren-Wettkampf antrat, ließ in beiden Rennen sämtliche Kontrahenten hinter sich. Den Sieg im vereinsinternen Wettkampf holte sie sich gemeinsam mit Michael Reichel. "Es war genial, obwohl ich hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit meines Modells zunächst Bedenken hatte", gab sie hinterher augenzwinkernd zu.

"Wir haben uns die früheren Wohnbezirksfeste ins Gedächtnis gerufen, die es seit den 1950er-Jahren im Ort gab", beschrieb ihr Vater den Ursprung der Veranstaltung. "Warum nicht an diese Tradition anknüpfen, wenn das den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft stärkt, sagten wir uns." Und der ist in Floßplatz seit jeher groß.

"Die wenigen Bürger kennen sich natürlich alle persönlich, sie achten und schätzen sich. Die Älteren erhalten von uns Jüngeren Unterstützung. Im Gegenzug helfen sie uns, wenn bei Festen mal eine Fischsemmel belegt werden muss. Ich denke, das könnte für andere Gemeinden beispielgebend sein", sagt der Vereinschef. Dass es innerhalb der Dorfgemeinschaft auch künftig ein Geben und Nehmen gibt, hofft ebenso Eberhard Wenzel, der Samstagabend den Kinder-Lampionumzug ausgestaltete. Seit 1963 lebt er in dem Örtchen und berichtet, dass in dieser Zeit das Wurzelmännchen als hölzernes Maskottchen von Floßplatz entstand. "Für Vorbeifahrende ist das eine Attraktion. Sogar Reisebusse verringern ihr Tempo, damit die Gäste unser Wahrzeichen ansehen können."

Die Dorfgemeinschaft zeigt sich zugleich nach außen hin offen. "Unseren Vereinsnamen ,Floßplatz und Freunde' haben wir bewusst gewählt, um auch bei Leuten aus anderen Ortschaften die Lust zu wecken, mit uns gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen", erklärte Andreas Kastner. Die Vereinsmitglieder seien stolz darauf, dass der kleinste Ortsteil von Wolkenstein ein so großes Fest ausrichten kann.

Dem Ehepaar Hildegard und Erich Möller aus Chemnitz hat es jedenfalls gefallen: "Es ist wirklich beeindruckend, was die wenigen Einwohner auf die Beine gestellt haben. Das Schubkarrenrennen war einfach eine Schau, genauso wie die Auftritte der Schalmeien-Kapellen", meinte Hildegard Möller.